Die Wahl der Filterbandbreite für die Mark- und Space-Töne ist ein Kompromiss zwischen Rauschunterdrückung (Selektivität) und Signalintegrität (Zeitverhalten).
Hier sind die Richtwerte für die gängigsten Szenarien:
Wann: Normaler RTTY-Betrieb (45,45 Baud, 170 Hz Shift).
Grund: Diese Breite lässt das Hauptspektrum des Signals durch und bietet eine gute Balance. Sie verzeiht leichtes Fehl-Tuning und bietet ein sauberes Zeitverhalten (geringes “Ringing”).
Wann: Bei sehr schwachen Signalen (nahe am Grundrauschen) oder wenn starke Nachbarstationen (QRM) direkt neben dem Signal liegen.
Grund: Verbessert das Signal-Rausch-Verhältnis (SNR) massiv.
Vorsicht: Die Filter fangen an zu “klingeln” (Ringing). Das kann bei 45 Baud die Bit-Grenzen verschmieren. Du musst sehr präzise auf der Frequenz liegen, da schon 20 Hz Abweichung das Signal dämpfen.
Wann: Zum schnellen Suchen über das Band oder wenn die Gegenstelle stark driftet (alte Röhrengeräte).
Grund: Erleichtert das Tuning, da das Signal auch dann noch dekodiert wird, wenn man nicht exakt in der Mitte der Filterflanke liegt.
Nachteil: Lässt viel Rauschen durch, was die Fehlerrate bei schwachen Signalen erhöht.
Wann: Kommerzielle Dienste oder spezielle Modi.
Bandbreite: 150 Hz bis 250 Hz.
Grund: Ein Bit ist hier viel kürzer. Ein zu schmaler Filter würde die Flanken des Bits so stark abrunden, dass der Decoder keine sauberen Pegelsprünge mehr erkennt.